Was kann ich? 

Die eigenen Begabungen und Fähigkeiten sind oft 

der Schlüssel zum späteren Beruf. Sie gilt es zu 

entdecken. Dazu sollte man sich über die eigenen 

Interessen, Stärken und Schwächen klar werden. 

Bei der Entdeckung des eigenen Potentials sollte man 

andere fragen, wie sie einen einschätzen. Das können 

zum Beispiel Familie, Lehrer oder Freunde sein. 

Denn die eigene Wahrnehmung und die Wahrnehmung 

durch andere weichen oft stark voneinander ab. 

Nicht selten staunt man, was andere einem alles zutrauen. 

Solche Fremdeinschätzungen bieten die Chance, wichtige

 Erkenntnisse über die eigene Person zu gewinnen. 

Das kann bei der Suche nach dem Berufsbild und der 

richtigen Branche sehr hilfreich sein. Wer seine Fähigkeiten, 

Stärken und Schwächen kennt, kann leichter feststellen, 

ob er auf die Anforderungen des jeweiligen Berufbildes 

passt. Übrigens: Eignungsprofile beschreiben oft eine 

Idealvorstellung eines Ausbilders oder Arbeitgebers. 

Solchen Vorstellungen kann in der Wirklichkeit meist kaum 

einer vollständig gerecht werden. Wer vielleicht nicht auf 

alle Anforderungen passt, aber trotzdem einige Treffer 

landet, sollte nicht aufgeben. Viele Erfahrungen und 

Fähigkeiten erwirbt man ohnehin erst in der Praxis. 

Genau hier kann man aber schon vor der Bewerbung 

ansetzen - mit praktischer Arbeit. Das geht zum Beispiel 

über einen Ferienjob oder ein Praktikum, am besten in 

einem Bereich, in dem man sich später vielleicht bewerben 

will. Dabei gewinnt man nicht nur einen Blick auf das Tätigkeits-

feld, sondern kann auch feststellen, ob sich diese Arbeit auch 

wirklich mit den eigenen Vorstellungen deckt. Das ist auch 

durch so genannten "Schnupperlehren" für Schüler möglich,

die viele Betriebe anbieten. Wer auf diese Weise schon 

praktisch gearbeitet hat, sollte sich das unbedingt bestätigen 

lassen - am besten mit einer Beurteilung. Bei einer Bewerbung 

können nachgewiesene Praxiserfahrungen die Chancen 

erheblich steigern. 

 

Was will ich? 

Genau so wichtig wie die Frage nach den persönlichen 

Fähigkeiten und Eigenschaften ist die Feststellung der 

eigenen Wünsche und Erwartungen an den zukünftigen 

Beruf. Je konkreter die Vorstellungen davon sind, um so 

geringer ist die Gefahr, enttäuscht zu werden, weil man 

sich alles eigentlich ganz anders vorgestellt hatte. Wer weiß, 

was er will und seine Fähigkeiten kennt, wird es auch bei der 

Berufswahl leichter haben. Oft fällt es leichter zu sagen, 

was man nicht will. Wird man aber gefragt, was man will, 

kommen viele ins Grübeln. Doch es gibt immer Anhaltspunkte, 

die bei der Beantwortung dieser Frage helfen können. 

Solche Anhaltspunkte können sich zum Beispiel aus den 

eigenen Freizeitaktivitäten ergeben. Das heißt nicht gleich, 

dass man sein Hobby zum Beruf machen sollte. Aber hier 

bemerkt man schnell, was einem Spaß macht und welche 

Tätigkeiten einem liegen. Wer etwa gerne Flugzeugmodelle 

baut, wird sich vielleicht nicht gleich als Pilot eignen (vielleicht 

auch doch). Aber aus der Freude am Umgang mit Holz, Folie, 

Motoren und den Werkzeugen entwickelt sich möglicherweise 

eine berufliche Vorstellung, die in eine ganz andere Richtung geht. 

Andere Anhaltspunkte können sich aus dem Familien-, 

Freundes- und Bekanntenkreis ergeben. Wer jemand kennen 

lernt, dessen Beruf ihn interessiert, sollte unbedingt genauer 

nachfragen. Oft springen dabei interessante Erkenntnisse 

heraus, die den eigenen Berufswunsch schärfen können. 

Eine eher untergeordnete Rolle sollten dagegen gute Verdienst-

möglichkeiten, das gesellschaftliche Ansehen eines Berufs oder 

das Wunschdenken der Eltern spielen. Viel wichtiger ist es, 

sich die eigenen Erwartungen an eine berufliche Position, 

die Entwicklungswünsche und die künftigen Arbeits-

bedingungen bewusst zu machen. Nicht alles lässt sich 

realisieren. Immer wieder sind auf dem Weg zum Beruf 

auch Kompromisse notwendig. Nicht zuletzt auch aufgrund 

der angespannten Arbeitsmarktlage, ist ein realistischer 

Blick bei der Suche nach dem eigenen Weg immer angebracht. 

Trotzdem sollte das nicht dazu führen, irgendeine Lehrstelle 

um jeden Preis anzunehmen. 

 

Wie finde ich meinen Ausbildungsplatz? 

Ist man sich über den eigenen Weg klar geworden, gibt 

es vielfältige Möglichkeiten, nach einem Ausbildungsplatz

 zu suchen. Wichtig ist in jedem Falle, rechtzeitig mit der 

aktiven Suche zu beginnen. Zu beachten ist, dass man 

sich nicht auf zu wenige Berufe beschränkt, sondern immer 

auch Alternativen parat hat, um bei einer eventuellen 

Ablehnung der Bewerbung nicht völlig leer auszugehen. 

Optimal ist es, wenn man bei Firmen anfragt, die man 

schon durch Praktika oder Ferienjobs kennen gelernt hat. 

Konnte man dort einen guten Eindruck hinterlassen, 

steigen die Chancen stark an. Eigeninitiative lohnt sich. 

Das persönliche Nachfragen bei Firmen kann Lehrstellen-

angebote zu Tage fördern, die noch gar nicht ausgeschrieben 

wurden. Neben dem Stellenanzeigenteil der Tageszeitungen 

finden sich weitere Lehrstellenangebote zum Beispiel auf 

den Internetportalen von Industrie- und Handelskammer, 

der Handwerksinnungen, der Wirtschaftsverbände und der 

Gewerkschaften. All diese Onlineangebote bieten neben 

einer detaillierten Profilsuche viele wertvolle Hinweise zu 

Berufsbildern, zur Berufswahl und zur optimalen Bewerbungs-

strategie. Auf die Lehrstellensuche spezialisiert sind natürlich 

auch die Berufsberatungszentren der Bundesagentur für 

Arbeit. Hier helfen qualifizierte Berufsberater bei der Suche 

nach dem richtigen Ausbildungsplatz. Sie informieren über 

Bewerbungs- und Anmeldefristen sowie Einstellungsvor-

raussetzungen, und können Betriebe oder Schulen vorschlagen, 

bei denen man sich bewerben kann. Die Berufsberaterinnen und

Berufsberater wissen, welche Anforderungen an eine Bewerbung

gestellt werden, und geben Hinweise, wie man seine eigene 

Bewerbung möglichst optimal gestalten kann. Mit ihnen kann 

man auch darüber sprechen, worauf es bei einem Einstellungs-

test ankommt und wie man sich auf Vorstellungsgespräche 

vorbereitet. Die Berufsberatung vermittelt auch spezielle 

Ausbildungsgänge für Behinderte und hilft auch dann weiter, 

wenn die Suche nach der Lehrstelle bisher erfolglos geblieben ist.

Volksbank Wittgenstein eG
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